Bei der DGUV Vorschrift 3, DGUV V3 genannt, handelt es sich um eine Verordnung der Unfallversicherungen. DGUV-Prüfer und DGUV-Prüferinnen kümmern sich um die Überprüfung und Sicherheit von elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln. DGUV steht hierbei für die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung als Spitzenverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften und der Unfallkassen. Sie ist unterteilt in sechs regionale Landesverbände und engagiert sich unter anderem in den Bereichen Arbeitssicherheit und Prävention sowie Erste Hilfe und Rehabilitation.
DGUV-Prüfer und -Prüferinnen können auch Prüfer nach DGUV V3 oder Elektronikerin als Prüfer (DGUV V3) genannt werden. Sie arbeiten in den meisten Fällen als Elektrofachpersonal mit einer Zusatzqualifikation.
Einen vergleichbaren Beruf üben Werkstoffprüfer und Werkstoffprüferinnen aus.
DGUV-Prüfer führen in Betrieben die Überprüfung nach DGUV-Vorschrift 3 durch. Das bedeutet, sie prüfen sämtliche elektronische Anlagen und Betriebsmittel auf ihre Betriebstauglichkeit.
Die Prüfung findet in der Regel in drei Phasen statt: Die erste Phase ist lediglich eine oberflächliche Sichtung auf offensichtliche Mängel und Schäden. Der zweite Abschnitt erfolgt bei laufendem Betrieb. So können die Prüfer auch die Sicherheits- und Abschaltmechanismen kontrollieren. Der dritte Teil besteht aus der abschließenden Kontrolle mit Messgeräten. So ermitteln die DGUV-Prüfer etwaige Spannungsschwankungen und Über oder Unterschreitungen der entsprechenden Sollwerte und beheben diese gegebenenfalls. Außerdem kann die Fehlersuche in ihr Aufgabengebiet fallen.
Nach Abschluss der Prüfung fertigt der Prüfer ein Prüfprotokoll an, in dem er alle Ergebnisse festhält. Gegebenenfalls sind darin auch Reparaturanweisungen enthalten. Außerdem versieht er die Anlagen mit Prüfsiegeln, welche die Funktionsfähigkeit bezeugen.
Elektronikerinnen als Prüferin nach DGUV V3 arbeiten in den meisten Fällen bei Dienstleistungsunternehmen, die sich auf ebensolche Prüfungen und Kontrollen spezialisiert haben. Mit einer Zusatzqualifikation, die zu Prüfungen nach DGUV V3 qualifiziert, ist es ebenfalls möglich in Handwerks- und Industriebetrieben zu arbeiten. In diesem Fall arbeiten sie meist als Elektrofachpersonal, Elektrotechnikerin oder Ähnliches.
Für die Tätigkeit als DGUV-Prüfer gibt es keine spezifische Ausbildung. Stattdessen ist gesetzlich geregelt, wer Prüfungen nach DGUV V3 durchführen darf. Auf der einen Seite sind dies die sogenannten befähigten Personen, die eine technische Berufsausbildung absolviert haben, idealerweise mit dem Schwerpunkt Elektrotechnik. Alternativ können sie einen Kurs oder ein Seminar belegen, der beziehungsweise das sie für die DGUV V3-Prüfung befähigt. Andererseits darf Elektrofachpersonal solche Prüfungen durchführen. Außerdem kann ein technischer Studienabschluss, beispielsweise Elektrotechnik für diese Tätigkeit befähigen. In allen Fällen müssen Interessierte mindestens ein Jahr Berufserfahrung vorweisen und sich mit den Vorschriften und Regelungen zur DGUV V3 auskennen. Diese können sie in entsprechenden Seminaren und Aufbaukursen lernen. Auch nach den Aufbaukursen besuchen die Prüfer idealerweise noch regelmäßig Fortbildungen, um immer auf dem aktuellen technischen Stand zu bleiben und gegebenenfalls ihren Einsatzbereich zu erweitern.
DGUV-Prüferinnen sollten im technischen Umgang versiert sein. Dazu gehören sowohl Kenntnisse über die verschiedenen Anlagen als auch die Arbeit mit Messgeräten und anderen Prüfverfahren. Weiter müssen sie in diesem Zusammenhang über mathematisches Wissen verfügen und analytisch denken können.
Ebenso wichtig ist es, sorgfältig und sorgsam zu arbeiten. So stellen sie sicher, dass sie keine Mängel übersehen, die schwerwiegende Folgen haben können.