Ein Ingenieur bzw. eine Ingenieurin für Luft- und Raumfahrt beschäftigt sich mit der Konzeption, Entwicklung und Verbesserung von verschiedenen Flugobjekten, insbesondere Flugzeugen, Hubschraubern, Raketen und Satelliten.
Die Berufsaussichten für einen Ingenieur der Luft- und Raumfahrt sind sowohl in Deutschland als auch im Ausland sehr gut. Große internationale Luft- und Raumfahrtkonzerne stellen jedes Jahr viele Absolventen ein und haben auch Interesse an Bewerbern, die bereits über ein paar Jahre Berufserfahrung verfügen. Heute stellt die Entwicklung alternativer Antriebstechnologien für Flugzeuge eine der größten technischen Herausforderungen dar. Viele renommierte Flugzeugbauer testen gegenwärtig Hybridantriebe, die neben Kerosin auch Solarkraft oder Elektrobatterien einsetzen.
In Unternehmen, die Flugobjekte bauen, muss ein Ingenieur Luft- und Raumfahrt immer in einem größeren Team mit anderen Ingenieuren zusammenarbeiten, um die komplexen Aufgaben zu lösen. Aus diesem Grund sollte der Ingenieur eine ausgeprägte Teamfähigkeit und eine hohe kommunikative Kompetenz besitzen. Auch ausgezeichnete fachspezifische Kenntnisse der englischen Sprache in Wort und Schrift sind unverzichtbar. Denn meistens arbeitet man in diesen Unternehmen mit Kollegen aus unterschiedlichen Ländern zusammen.
Auch die Arbeit auf einer großen Flugzeugwerft, die von führenden internationalen Airlines betrieben wird, ist interessant und abwechslungsreich. Hier leitet ein Ingenieur für Luft- und Raumfahrt ein Team von hoch qualifizierten Technikern und ist für die fachgerechte Reparatur und Wartung verschiedener Flugzeugtypen verantwortlich.
Ein weiteres Einsatzgebiet für Ingenieure der Luft- und Raumfahrt stellen Behörden und private Prüforganisationen dar, die für die Sicherheit von Flugobjekten verantwortlich sind. Hier steht die Überprüfung der Einhaltung von Sicherheitsvorschriften im Mittelpunkt. Oftmals gehört zu den Aufgaben in diesem Tätigkeitsfeld auch die Aufklärung von Unfällen und Pannen.
Das Studium der Luft- und Raumfahrttechnik ist sehr anspruchsvoll und erfordert viel mathematisches und technisches Verständnis. In Deutschland gibt es verschiedene Universitäten und Fachhochschulen, die diesen Studiengang anbieten. Nach einer Studiendauer von sechs bis acht Semestern erreicht man in der Regel den Bachelorabschluss. Wer den Master anstrebt, muss weitere zwei bis drei Jahre studieren. Im Studium wird intensiv Wissen aus den Bereichen Luft- und Raumfahrtbau, Kalkulation, Messtechnik, Antriebs- und Kontrolltechnik sowie Sicherheitstechnik vermittelt. Selbstverständlich wird auch gelehrt, wie aus vielen verschiedenen Teilentwürfen die Konstruktion eines Flugobjekts zusammengestellt wird.