Der Sammelbegriff Regierungsangestellter bzw. Regierungsangestellte vereint unterschiedliche Berufe. In der Regel sind Berufstragende entweder beim Deutschen Bund oder einer jeweiligen Landesregierung angestellt. Je nach Einsatzbereich unterstützt ein Regierungsangestellter bzw. eine Regierungsangestellte das Regierungs- und Verwaltungspersonal bei ihren Aufgaben.
Regierungsangestellte werden insbesondere im Bundesland Nordrhein-Westfalen eingesetzt, dort unter dem Begriff Regierungsbeschäftigter (RB) bzw. Regierungsbeschäftigte (RBe) als allgemeine Bezeichnung für einen Angestellten des Landes. Hier finden sich Regierungsangestellte beispielsweise im Polizeidienst, Justizvollzugsanstalten oder Finanzverwaltung, wo sie Mitarbeitende unterstützen und entlasten.
Anders als Regierungsbeamte sind Regierungsangestellte dem Tarifbereich angehörig. Sie erhalten keine Besoldung, sondern eine Vergütung ihrer Arbeit nach dem geltenden Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst der Länder (TV-L).
Verwandte Berufe im Regierungs- und Verwaltungswesen sind Beamter, Staatssekretärin, Minister, Diplomatin, Politiker, Regierungsrätin, Regierungsinspektor, Finanzbeamtin, Verwaltungsfachangestellter sowie Regierungssekretärin.
Die Aufgaben der Regierungsangestellten unterscheiden sich je nach spezifischem Einsatzbereich. In der Finanzverwaltung arbeitet die Regierungsangestellte beispielsweise in Finanzämtern und der Oberfinanzdirektion, wo sie verschiedene Aufgabenfelder übernimmt. Als Mitarbeiterin im Büroservice, der Geschäftsstelle oder im Betriebsprüfungsinnendienst kümmert sie sich um den Schriftverkehr, bearbeitet Anträge, pflegt Akten und führt weitere administrative sowie organisatorische Tätigkeiten aus. Als Mitarbeiterin in Erhebungsstellen, Grundstücksstellen oder Neuaufnahmestellen ist die Regierungsangestellte mit den Bereichen Finanzkasse, Erlass, Stundung und Vollstreckung betraut. Sie führt Gespräche mit Bürgern und prüft Unterlagen und Anträge. Außerdem kann die Regierungsangestellte in der Finanzverwaltung als Hausmeisterin oder Fahrerin arbeiten. Weitere Tätigkeiten, beispielsweise als Sachverständige oder Diplom-Ingenieurin für die Bauabteilung, sind denkbar.
Im Polizeidienst arbeitet die Regierungsangestellte in unterschiedlichen Organisationseinheiten und übt dementsprechend unterschiedliche Funktionen aus. Bei Kreispolizeibehörden arbeitet sie beispielsweise in den Bereichen Asservatenverwaltung, Buchhaltung, Druckerei, Gebäudemanagement, Personalaktenhaltung sowie in verschiedenen Abteilungen der Sachbearbeitung. Sie kann außerdem bei der Erstellung von Haftbefehlen, der Spurensicherung, Sachfahndung oder der Kriminalaktenhaltung eingesetzt werden. Ähnliche sowie andere Aufgaben finden sich im Landeskriminalamt (LKA), dem Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) sowie dem Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei (LAFP).
Die Regierungsangestellte kann zudem in Justizministerien, Bezirksregierungen und Gerichten arbeiten. Dort bearbeitet sie den Posteingang und Postausgang und assistiert Richterinnen, Regierungsrätinnen oder Regierungssekretärinnen bei den täglich anfallenden Arbeiten. Außerdem überwacht sie Fristen und erteilt Akteneinsichten.
Regierungsangestellte haben unterschiedliche Beschäftigungsmöglichkeiten:
Je nach Stelle arbeitet der Regierungsangestellte in Teilzeit- oder Vollzeit-Beschäftigung. Er ist nach dem Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) angestellt und wird dementsprechend vergütet.
Der Einsatz von Regierungsangestellten ist vielfältig, einen genau vorgeschriebenen Ausbildungsweg gibt es daher nicht. Im Unterschied zur Regierungsbeamtin muss die Regierungsangestellte nicht erst drei Jahre lang für eine spezifische Tätigkeit ausgebildet werden, bevor sie als Entlastung für Polizei, Verwaltung oder Finanzverwaltung zur Verfügung steht. Deshalb ist die Regierungsangestellte häufig Quereinsteigerin aus verwandten Berufsfeldern, beispielsweise den Bereichen Rechtspflege, Verwaltung, Büromanagement oder Finanzdienstleistungen.
Eine Ausbildung als Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte, Steuerberaterin, Justizfachangestellte oder Sozialversicherungsfachangestellte bildet häufig eine gute Grundlage, um als Regierungsangestellte tätig zu werden. Darüber hinaus wird meist mehrjährige Berufserfahrung vorausgesetzt, in welcher bestenfalls stellenbezogene Kenntnisse und Kompetenzen gesammelt werden konnten.
Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Verbeamtung möglich, durch welche weitere Karrierechancen offenstehen. Diese hängen stark mit der jeweiligen Einsatzstelle und Tätigkeit der Regierungsangestellten zusammen.
Regierungsangestellte sind gewissenhaft, zuverlässig und verantwortungsbewusst. Sie vertreten die jeweilige Regierungsstelle, Verwaltung oder Polizeibehörde repräsentativ, daher besitzen sie ein authentisches und freundliches Auftreten. Regierungsangestellte arbeiten häufig mit unterschiedlichen Abteilungen zusammen, weswegen Kommunikationsstärke und Teamfähigkeit von Vorteil sind.
Regierungsangestellte sind leistungs- und einsatzbereit. Sie erledigen ihre Arbeiten engagiert und zügig und achten dabei auf die Einhaltung von Fristen und Terminen. Eigenständigkeit ist insbesondere bei der Bearbeitung von Akten, Anträgen und Schriftverkehr gefragt. Außerdem sind sie verschwiegen. Dies ist hinsichtlich des einzuhaltenden Datenschutzes und dem vertraulichen Umgang mit internen Informationen wichtig.